Das Leben Baden Powells

Geboren wurde der Gründer der Pfadfinder am 22. Februar 1857 in London. Schon als Kind und Jugendlicher verspürte er ein starkes Interesse für die Natur und für Abenteuer. In London lebte er seine Neugier im Hydepark aus. Noch mehr Gelegenheit, die Natur zu beobachten, hatte er, als er die Charterhouse School besuchte, deren Umgebung völlig verwildert war. Auch unternahm er viel mit seinen Brüdern, so z.B. ausgedehnte Bootstouren. Baden Powell war kein herausragender Schüler; ihn interessierten andere Dinge, was später großen Einfluß auf die Gründung der Pfadfinderbewegung haben sollte.
Nach seinem Schulabschluß ging Baden Powell zum Militär. Er wurde zuerst in Indien eingesetzt. Dort erprobte er ein Kleingruppensystem, bei dem dem Einzelnen mehr Verantwortung übertragen wurde, was beim Militär recht ungewöhnlich war. Ihn faszinierten einheimische Späher und so bildete er eigene Kundschafter aus.
Er machte sich viele Gedanken zur Ausbildung der Soldaten und schrieb Bücher darüber. Als er aus Afrika nach England zurückkehrte, war sein Buch "Aids to scouting" dort unter der Jugend zum Bestseller geworden. Sie fanden das abenteuerliche Herumstreifen in der Natur spannend.
Nun machte Baden-Powell sich Sorgen. Denn, daß Jugendliche sich für sein militärisches Buch interessierten, war ihm nicht ganz Recht. Er war Zeit seines Lebens um Frieden bemüht und wollte diesen Gedanken weitergeben. Er entschloß sich deshalb, sich verstärkt der Jugendarbeit zu widmen und beendete schließlich auch seinen Dienst beim Militär, wo er inzwischen eine hohe Position inne hatte.
Er entwickelte ein Konzept zur Erziehung von Jugendlichen (zunächst nur Jungen), daß nicht militärisch geprägt war, wohl aber von seinen Erfahrungen genährt wurde. Es war ein System, in dessen Mittelpunkt ein Kleingruppensystem, "Learning by Doing", das Pfadfindergesetz und das Verprechen stehen.
Am 1. August 1907 brach Baden Powell mit 20 Jungen aus verschiedenen sozialen Schichten zum ersten Pfadfinderlager auf Brownsea Island auf.
Baden Powells revolutionäre Ideen verbreiteten sich rasch. Bald gab es auch einen Pfadfinderinnenverband und Pfadfinder auf vielen Kontinenten. Unterbrochen wurde die Entwicklung durch den ersten Weltkrieg. Danach nahm Baden-Powell seine internationale Arbeit unverzüglich wieder auf. Er wurde 1920 zum "Chief Scout of the World" ernannt und in London wurde das internationale Pfadfinderbüro eröffnet.
1929 wurde Baden Powell zum "Lord of Gilwell" ernannt. 1938 zog er sich von allen Ämtern zurück und ließ sich in Kenia nieder. 1939 wurde er für den Friedensnobelpreis nominiert, der dann wegen des Ausbruchs des Krieges gar nicht verliehen wurde.
Am 8. Januar 1941 starb Baden Powell im Alter von fast 84 Jahren